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Unsere Filmreihe beim aka-Filmclub
„Israel: Innenansichten“

Israel erscheint auf der Landkarte als ein kleines Land im Nahen Osten, welches sich unscheinbar ans Mittelmeer anschmiegt. Dennoch macht es immer wieder von sich Reden und ist fortlaufend zentraler Bestandteil der Medienlandschaft. Thematisiert werden Kriege, Selbstmordattentate, illegaler Siedlungsbau… Israel ist allerdings mehr als nur ein Konfliktherd. Gerade seine einzigartige Geschichte und seine bis heute kulturell vielseitige Gesellschaft machen es zu einem Thema, mit dem man sich befassen sollte. Es ist daher nicht verwunderlich, dass es bereits in Romanen und Filmen aufgegriffen wird. Vor allem israelische Produktionen beschäftigen sich – oft aus einem kritischen Blickwinkel – mit der eigenen Geschichte und Gesellschaft. Auch werden gesellschaftliche Traumata aufgearbeitet, wie beispielsweise im Film Waltz with Bashir aus dem Jahr 2008, der sich mit den Erlebnissen von Soldaten im ersten Libanon-Krieg beschäftigt und letztes Semester im aka zu sehen war.
Israelische Filmproduktionen gibt es jedoch nicht erst seit vergangenem Jahr, sondern bereits seit der Staatsgründung im Jahr 1948. Entstanden Filme zunächst überwiegend im Auftrag zionistischer Organisationen, vervielfältigte sich das Bild in den 60er Jahren. Neben einem sehenswerten Unterhaltungskino wuchs eine Filmszene heran, deren Vertreter ihre Ausbildung im Ausland absolviert hatten, um – zurück in Israel – ihr neu gewonnenes Wissen in interessante Autorenfilme einzubringen.
In dieser Filmreihe soll der Schwerpunkt auf der Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte des facettenreichen Landes liegen. So wird die erste Einwanderung der Juden um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert thematisiert, Leben und Alltag in den 1970er Jahren nachgezeichnet und ein Ausschnitt der heutigen Zeit gezeigt, in der Israel immer noch nicht zur Ruhe kommen konnte. Diese Themengebiete vermitteln, welche Fragen die israelische Gesellschaft in der jeweiligen Zeit bewegt haben.
Aber auch ein kleiner Einblick in die israelische Filmwelt soll durch die Filmreihe gewährt werden. Gerade mit dem israelischen Spielfilm Es waren zehn aus dem Jahr 1960 wird eine wahre Rarität präsentiert, da er bisher kaum auf deutschen Leinwänden zu sehen war. Warum Israel, eine Produktion aus dem Jahr 1973, stellt dagegen ein politisches Zeitdokument dar. Der Dokumentarfilmer Claude Lanzmann hat hier die Bürger des Landes Israel ins Zentrum gestellt: Arbeiter, Intellektuelle, Angehörige der ersten Siedlergeneration, junge Israelis und Neueinwanderer aus der Sowjetunion kommen im Film zu Wort.
Als Beispiel für einen Spielfilm aus dem modernen Israel wird Yossi und Jagger vorgeführt, der zugleich den möglichen Alltag von israelischen Soldat/innen und den Beginn einer Liebe von zwei Männern darstellt.
Die Filme laufen innerhalb des Kinoprogramms des studentischen „aka-Filmclubs“ und werden im Hörsaal 2006 des KG II der Uni Freiburg gezeigt. Zu den Filmen wird es jeweils – aus Gründen der Filmlänge mit Ausnahme von Warum Israel – eine Einführung geben.

warum-israel

TERMINE:

Do, 14.01.2010 Es waren Zehn
mit Einführung von Dr. Heinrich Schwendemann

Do, 21.01.2010 Warum Israel

Do, 28.01.2010 Yossi und Jagger
mit Einführung von Franziska Krah und Lisa Trzaska