Erster Teil der Filmreihe

Am Donnerstag, den 14. Januar ist der erste Teil unserer dreiteiligen Filmreihe im aka-Filmclub zu sehen. Dabei handelt es sich um den Spielfilm „Es waren zehn“ des Regisseurs Baruch Dienar aus dem Jahr 1960. Die weibliche Hauptdarstellerin des Films – Ninette Dinar – ist übrigens die Frau, die unseren Blog oben rechts ziert.
Ninette Dinar

Zur Handlung des Films:
Zehn Einwanderer aus dem zaristischen Russland – neun Männer und eine Frau – wagen einen hoffnungsvollen Aufbruch. In Eretz Israel, dem Lande Zion, wollen sie für sich fernab der antisemitischen Pogrome ein neues Leben aufbauen. Doch außer ihrer zionistischen Überzeugung bringen die Zehn kaum etwas mit, was ihnen den Neuanfang im Palästina unter osmanischer Herrschaft erleichtern könnte. Die harten Lebensbedingungen der Gruppe in einem heruntergekommenen Haus, ihre Schwierigkeiten mit der Bestellung des Landes und die Kontakte mit misstrauischen arabischen Dorfbewohnern sowie den türkischen Behörden lassen die Not vermuten, der die Einwanderer aus dem Russland des neunzehnten Jahrhunderts zu entfliehen suchten. Aber nicht nur die äußeren Bedingungen ihres neuen Lebens, sondern auch die sozialen Spannungen unter den isolierten Pionieren stehen dem Erfolg des Projekts im Weg. Das Motiv der Einwanderer, die sich in einem scheinbar leeren Land einrichten und zurechtfinden müssen, erinnert an den klassischen amerikanischen Western. Und wie dieses Format ist auch „Es waren zehn“ aufgeladen mit Ideologie.

Die Intention der israelischen Filmschaffenden der 60er Jahre war es, die gemeinsame Identität der sich formierenden Nation mitzugestalten. Und zum Selbstverständnis des jungen Staates gehörte die Glorifizierung zionistischer Gründungsmythen. Eine elementare Rolle spielen darin die Pioniere, die ersten Einwanderer nach Palästina, die ihr Selbstverständnis aus der jungen zionistischen Bewegung gewannen. Häufig wird diese Epoche des israelischen Kinos als „zionistischer Realismus“ bezeichnet. Inspiriert ist die Handlung des Films von Tagebüchern tatsächlicher früher Einwanderer aus Russland. Mit dem zionistischen Anspruch des frühen israelischen Kinos lässt Regisseur Baruch Dienar in „Es waren zehn“ also auch die Dokumentation erster Geburtswehen des Staates Israel verschmelzen.

Vor dem Film gibt Dr. Heinrich Schwendemann eine historische Einführung zur frühen Einwanderung von Juden nach Palästina.
Um 20 Uhr im Hörsaal 2006 der Uni Freiburg.