Ein Film sorgt für Aufruhr

Am 25. Oktober 2009 kam es in Hamburg bei der geplanten Vorführung von Claude Lanzmanns Dokumentarfilm „Warum Israel“ zu beunruhigenden Zwischenfällen. Der Film sollte von der örtlichen Gruppe Kritikmaximierung im Programmkino b-movie gezeigt werden, was jedoch von Linksradikalen aus dem benachbarten Internationalen Zentrum B5 gewaltsam verhindert wurde.
Auf die Verhinderung der Filmvorführung reagierten die Veranstalter mit dem Plan einer Widerholung des Films und einer Demonstration, die sich gegen die Angreifer aus der B5 und ihre Gesinnungsgenossen richtete. Die Erklärung „Antisemitische Schläger unmöglich machen – auch linke!“ wurde von zahlreichen politischen Organisationen, aber auch Künstlern und Einzelpersonen unterzeichnet.
Auch der Regisseur Claude Lanzmann war schockiert, als er hörte, dass ausgerechnet in Deutschland die Vorführung seines Films verhindert worden war. In einem Interview zeigte er sich außerdem besorgt darüber, dass eine Reaktion der großen deutschen Medien zunächst ausblieb.
Mit ein wenig Verzögerung erschienen dann aber doch Artikel in den großen Tageszeitungen, wie beispielsweise in der Zeit und im Tagesspiegel. Das Popkultur-Magazin Spex meldete sich zu Wort und der Spiegel veröffentlichte einen ausführlichen Bericht. Auch international gab es Reaktionen in der Presse. Zum Beispiel in der israelischen Tageszeitung Jerusalem Post.
Am 13. Dezember 2009 konnte die Vorführung von „Warum Israel“ in Hamburg schließlich nachgeholt werden. Claude Lanzmann sandte dazu eine Grußadresse. Der Film soll am 18. Januar 2010 noch einmal in Hamburg vorgeführt werden. Dann ist Claude Lanzmann persönlich dabei.
In Freiburg wird „Warum Israel“ am 21. Januar im Rahmen der Filmreihe des Deutsch-Israelischen Jugendforums gezeigt. Das war lange vor den Vorfällen in Hamburg geplant. Dennoch möchten auch wir in Freiburg mit der Vorführung von Claude Lanzmanns Film ein Zeichen gegen die Übergriffe auf Kinobesucher in Hamburg setzen und hoffen, in Freiburg nicht mit solchen Anfeindungen rechnen zu müssen.
Aber nicht nur aus Protest soll der Film gezeigt werden. Auf die Frage, warum man „Warum Israel“ ansehen sollte, sagte Claude Lanzmann in einem Interview: „Weil es ein schöner Film ist. Weil er zwar Vielen bekannt ist, aber noch nicht Millionen. In meinen Augen ist Warum Israel ein Film, der seit seinem Erscheinungsjahr 1973 keine Patina angesetzt hat, der nicht gealtert ist. Weil es sich eben nicht um einen Propagandafilm handelt, sondern um ein Werk.“